Die Qual der Wahl
- Fiona Huder

- 28. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Was soll dieses Mal zu kurz kommen? Die Zeit mit den Kids, mit meinem Mann, der Haushalt, die Zeit mit Gott oder Zeit für mich allein? Wie so oft wird es wohl die letzten zwei Punkte treffen.
Natürlich: Meine zwei kleinen Kinder können sich nun mal nicht länger als einige Minuten selbst beschäftigen. Und wenn die Küche nicht aufgeräumt ist und sich die Wäsche türmt, löst das Unruhe in mir aus. Zudem kann ich das irgendwie neben der Kinderbetreuung reinquetschen. Das Treffen mit Freundinnen klappt auch gut, da viele Kids im selben Alter haben. Und die Eheabende zu Hause priorisieren wir meistens (Schulterklopfen).
Aber wenn ich für das alles Zeit gefunden habe, bin ich platt. Wenn abends um 20.00 Uhr endlich Ruhe einkehrt, bleibt der Motivationsschub für ein kreatives Projekt oder den Spaziergang an der frischen Luft aus. Ich möchte nur noch chillen, mir einen Podcast oder eine Doku reinziehen oder meine WhatsApp-Nachrichten beantworten. Wenn's hoch kommt, lese ich einige Seiten in einem Buch oder ein Abschnitt in der Bibel-App auf dem Handy.
Was dabei nie fehlt: Die leise Stimme in meinem Kopf, die mir sagt, dass das so nicht okay sei. Dass das so nicht genüge. Ich sollte am Abend nicht so viel am Handy sein, meine Zeit besser nutzen und meine christlichen Bücher hervornehmen, die mir beim Bibel lesen spannende Facts und Zusammenhänge aufzeigen würden. Doch irgendwie schaffe ich das nur selten. Und mit «selten» meine ich fast nie.
Was mir dann hilft? Wenn ich mich an die persönlichen Zusprüche von Gott erinnere.
Zum Beispiel an diesen Moment am See vor einem Monat: Ich sass an meinem Plätzchen, dass ich alle paar Wochen aufsuche, um Gott nahe zu sein und mit ihm Zeit zu verbringen. Dort sagte er mir klar, dass er mich in meiner Situation sieht. Ich bin von IHM gesehen. Das hilft.
Oder ich erinnere mich daran, wie ich eines Abends zum x-ten Mal eine gefühlte Ewigkeit bei meiner Tochter sass, weil sie nicht einschlafen konnte. Langsam aber sicher verlor ich die Nerven. Auch da war mir Gott begegnet und sprach mir zu, dass ich nie wieder so etwas Wichtiges in meinem Leben machen würde, wie jetzt für meine Kinder da zu sein. Dieser Satz sass. Dieser Satz hilft.
Und ich erinnere mich auch an das Wochenende im Gebetshaus Augsburg, als ich die Bibelstelle aus 1. Johannes 3,20 aufs Herz bekam: «Doch auch wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott barmherziger mit uns ist als wir selbst. Er kennt uns ganz genau.» Dieser Zuspruch hilft.
Wenn mir also wieder einmal eine Stimme sagt, dass ich so nicht genüge und ich mich mehr anstrengen soll, darf ich mich an diese Wahrheiten erinnern. Ich spreche sie mir zu. Gott ist da. Er ist da, auch wenn meine eins-zu-eins Zeiten mit ihm weniger und kürzer geworden sind.
Es ist okay so.
Ich weiss es, denn sobald ich wieder an mein Plätzchen an den See gehe, ist er bereits dort und wartet auf mich.


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